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Der Siegeszug der Wellpappe

FUN FACT:

Würde man die gesamte in Deutschland produzierte Wellpappe aneinanderlegen, so hätte man eine Fläche von mehr als 1 Mio. Fussballfelder damit abgedeckt. Deutschland ist zwar europäischer Spitzenreiter in Sachen Wellpappenherstellung, aber die Wellpappe ist gar keine deutsche Erfindung. 

Kommen Sie mit auf eine kleine Reise in vergangene Zeiten.

Es war einmal...

Das Verpacken ist so alt wie die Menschheit. Als wir sesshaft wurden und begannen, Landwirtschaft zu betreiben, waren anfänglich Pflanzenblätter, Leder oder Tierblasen unser bevorzugtes Verpackungsmaterial. Im Mittelpunkt stand lediglich, dass es Nahrungsmittel länger schützen oder frisch halten soll.

Mit dem Handel und dem Entdeckungsdrang der Menschen brauchten wir nicht nur Lagermöglichkeiten, sondern auch Transportbehälter. Hierzu dienten Holztonnen, Körbe oder Tonkrüge – also alles Verpackungsmittel, die wir mit Stoffen aus der Natur herstellen konnten. Dazu gehörte letztendlich auch das Papier. Natürlich war anfänglich noch nicht klar, dass dieser Werkstoff auch als Verpackungsmaterial genutzt werden kann.

Zwischen der ersten Papierherstellung und der Erfindung der Wellpappe mussten einige Jahrhunderte vergehen.

äqyptische Tongefäße

Willkommen in der Moderne...

1871 erfand der Amerikaner Albert L. Jones rein zufällig die Wellpappe. Er arbeitete gerade an einer sogenannten Plissiermaschine, die z. B. die bekannten Falten in Röcke einarbeitet. Nun kam er jedoch auf die Idee, nicht Textilien durch die Maschine zu jagen, sondern Papier. Somit entstand die Ur-Wellpappe – bestens als Dämmmaterial für den Transport zu verwenden.

Kurze Zeit später brachte Oliver Long auf das gewellte Papier eine glatte Bahn Papier an. Auch hierfür gab es das Patent.

Die industrielle Fertigung der Wellpappe begann kurz darauf, 1875, durch das neugegründete Unternehmen Thompson & Norris, welches sogleich die Patente von Long und Jones abkaufte.

Es dauerte jedoch weitere 11 Jahre bis aus der Ur-Wellpappe die Wellpappe wurde, wie wir sie heute kennen: Eine Lage gewelltes Papier wird von zwei Lagen glatten Papier umschlossen. Erfunden durch Robert H. Thompson, der sich auch gleich seine Erfindung patentieren lassen hat.

1886 kam Thompson & Norris auch mit einer Fertigungsstätte nach Deutschland.

Fabrikgebäude von Thompson & Norris
Kartonherstellung

Von Mutter Natur lernen...

Das Prinzip von Rundbögen, dass man in den Wellen der Wellpappe wiederfindet und welches den Druck auffängt und auf die äußeren Kartonschichten verteilt, ist nichts Neues. In der Natur finden sich ähnliche Beispiele. Die dünne Eierschale kann nur allein durch die Krümmung das Gewicht der brütenden Henne auffangen und verhindert dadurch, dass es kaputt geht.

Auch der Mensch machte sich das Prinzip lange vor der Erfindung der Wellpappe zu nutze. Die riesigen Dombauten der Kirche entstanden u. a. durch die Entdeckung des Bogenbaus und wie dieser die Lasten optimal aufnimmt.

Doch wie wird nun aus Wellpappe eine Faltschachtel, wie wir sie heute kennen?

Hierzu gehört Zufall. 

Der Schotte Robert Gair – eigentlich Fabrikant von Papiertüten aus Brooklyn – entdeckte, dass man durch Schneiden und Falten in einem Arbeitsgang fertige Pappkartons herstellen kann. 

Am 6. März 1900 wurde die Erfindung patentiert. Dies ist die Geburtsstunde des ersten erschwinglichen Kartons der Welt. Gair und sein Unternehmen produzierten fortan für namenhafte Unternehmen wie Bloomingdale oder Colgate.

Robert Gair
Patent von Robert Gair

Den Siegeszug der Verkaufsverpackung bzw. Verbraucherverpackung läutete National Biscuit ein. Der Cracker Hersteller wollte sein Produkt in gefalteten Papierkisten verkaufen. 

Auch Kellogg‘s sprang auf den Zug auf und füllte seine Frühstückscerealien in Kartons ab. Vorteil der neuen Verpackung war die Werbung. Die gesamte Oberfläche des Kartons konnte für die Eigenwerbung verwendet werden.

National Biscuit Company
Kellog's Verkaufsverpackung

Bis heute ist dies geblieben. Der Verpackungskarton ist das Element der Ware, mit dem der Käufer zu erst in Berührung kommt. Er dient nicht nur dazu, den Inhalt – also die eigentlich zu verkaufende Ware – zu schützen, sondern auch, um die Aufmerksamkeit des potenziellen Käufers zu erhaschen und ihn zum Kauf zu überreden. Der Verpackungskarton sollte daher nicht stiefmütterlich behandelt werden.

Wir von der Jenpack GmbH fertigen bedruckte Faltschachteln im Kaschier- oder Flexodruckverfahren an. Beide Verfahren haben den Vorteil, dass auch Kleinstserien kostengünstig angefertigt werden. 

Sollten Sie Fragen zum Thema verkaufsstarke Verpackungen und Kartons haben, so wenden sie sich einfach an uns. Wir werden ihnen umgehend bei ihren Verpackungsprojekten helfen.

Quellen:

https://www.planet-wissen.de/technik/werkstoffe/verpackungen/index.html

https://www.planet-wissen.de/technik/werkstoffe/papier/pwiewellpappe100.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Wellpappe

https://www.top-opakowania.pl/artykuly/jak-powstal-papierowy-karton

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