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Umweltfreundlich, und doch giftig? Lebensmittel-Recycling-Kartons im Check

Da scrolle ich eines Abends durch meine Explore-Seite in Instagram und entdecke Folgendes: Eine Bastelanleitung, wie man aus einem Karton aus Wellpappe einen Süßigkeitenspender basteln kann. Man nehme Wellpappe, baue daraus kleine Boxen und setze diese zusammen. Zum Schluss die Boxen mit Süßigkeiten befüllen. Tolle Idee für Zuhause oder Büro, wenn nicht das große ABER wäre!

Haben Sie schon einmal etwas von MOSH oder MOAH gehört? Nein?

Wie Sie sicherlich wissen, ist Karton ein aus Zellstoff, Holzschliff und recycelten Altpapier hergestellter Werkstoff, der insbesondere in der Verpackungsindustrie eingesetzt wird, um Verpackungsmaterialien wie Schachteln oder Faltkartons herzustellen. Die Herstellung von Karton ist ähnlich wie die Papierherstellung. Das Altpapier wird von Fremdkörpern und Schmutz befreit, zerkleinert und dem Zellstoff beigemengt. Aus diesem Brei wird in speziellen Maschinen Papierbahnen hergestellt, welche wiederum nass aufeinander gepresst werden.

2009 wurde erstmals nachgewiesen, dass in dem so hergestellten Karton Mineralölrückstände mit den Namen MOSH („mineral oil saturated hydrocarbons“) oder MOAH („mineral oil aromatic hydrocarbons“) enthalten sind. Diese Rückstände haben wir als Konsumenten vorher selbst zum Papiercontainer getragen: Zeitungen, Prospekte, Werbebroschüren etc. Alle können mineralölhaltige Druckfarbe enthalten, deren Rückstände sich später im Recyclingkarton wiederfinden und über die Zeit an die 

Übrigens: Es gibt ebenso Verunreinigungen der Lebensmittel durch Plastikverpackungen. Hier spricht man von POSH.

Lebensmittel, welche verpackt werden, abgegeben werden. Hiervon sind insbesondere Lebensmittel wie Reis, Nudeln, Müsli, Grieß oder Paniermehl, aber auch in Kartons gelagertes Obst betroffen. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hatte 2010/11 sowie 2015/16 Untersuchungen zu diesem Thema durchgeführt. Die Tendenz in der Lebensmittelindustrie ist hierbei positiv. Die Hersteller achten vermehrt darauf, dass Kartons für das Verpacken von Lebensmitteln hauptsächlich aus Frischfasern hergestellt werden, auf mineralölfreie Druckerfarbe umgestellt wird und deutlich mehr Kartons Barrieren (z.B. PP-Innenbeutel oder PP-Beschichtungen) aufweisen. Wichtig ist dies, da die Konzentration von MOAH oder MOSH steigt, je länger die Lebensmittel mit dem Recyclingkarton in Verbindung stehen. Innerhalb von 16 Monaten kann die Konzentration dieser Stoffe im Lebensmittel um 50% steigen. Sogar eine Steigerung um 70 % ist möglich, wenn die Verpackung samt Lebensmittel über Monate bei Raumtemperatur gelagert wird, keine wirksame Barriere vorhanden ist und sie sich in einem Umkarton oder auf einer Palette steht und somit eine Verdampfung nach außen verhindert wird.

Wie schützt man sich nun als Verbraucher?

  • Da es für den Laien (und auch für geübte Profis) kaum zu erkennen ist, was Frischfaser- oder Recyclingkartons sind, kaufen sie trockene Lebensmittel (Nudeln, Reis, Cornflakes usw.) vor allem dann, wenn diese in Foliebeuteln unterverpackt sind oder sich andere Barrieren (PP-Beschichtungen) genutzt wurden. Sollte dies nicht der Fall sein, dann so schnell wie möglich nach dem Einkauf in entsprechende Vorratsdosen umfüllen.
  • Gefrorene Lebensmittel nicht in der Verpackung auftauen, besonders dann, wenn sie aus Karton oder Wellpappe ist. Gebäck, Fertiggerichte, Obst oder Gemüse, entnehmen sie in gefrorenem Zustand aus der Verpackung und lassen sie diese ohne den Recyclingkarton im Kühlschrank auftauen.
  • Beim Kochen geht ein Teil der nicht erwünschten Mineralölrückstände mit dem Wasserdampf verloren.
  • Beim Kochen geht ein Teil der nicht erwünschten Mineralölrückstände mit dem Wasserdampf verloren.

Langfristig wird allerdings nur die Umstellung von mineralölhaltiger auf mineralölfreie Druckfarbe helfen, die Konzentration von MOAH oder MOSH in Lebensmitteln zu minimieren. Hier ist die Verpackungsmittelindustrie gefragt. 

Recycling hilft der Umwelt (und auch dem Gewissen), kann aber auch zu einer Gefahr für die Gesundheit werden.

Unsere hergestellten Kartons aus Wellpappe sind nicht für die Lebensmittelindustrie geeignet, da sie keine Barriere in Form einer PP-Beschichtung haben. Für alle anderen Waren, die versendet oder gelagert werden müssen, haben wir die passende Verpackung! Und: Wir nutzen keine mineralölhaltige Farbe für bedruckte Kartons.

  • Umweltfreundlich in der Herstellung
  • Umweltfreundlich in der Verarbeitung
  • Umweltfreundlich im Recycling

Achten Sie auf umweltfreundliche Verpackungen?

Ist Ihnen ein umweltfreundlich bedruckter Karton genauso wichtig wie uns?

Bedruckte Kartons - umweltfreundlich & werbewirksam

Wir sind Ihr Spezialist für bedruckte Kartons in Klein- und Kleinstserien. Wir bedrucken Kartonage aus Wellpappe im Offsetdruck - kaschiert und im Flexodruck-Verfahren. Und das umweltfreundlich. Überzeugen Sie sich jetzt!

P.S.: Möchten Sie dennoch eine Süßigkeitenbox basteln, dann achten Sie darauf, dass Sie z.B. Frischhaltefolie als Barriere zwischen Leckerei und KArton verwenden und essen Sie die Süßigkeiten schnell auf, was sicher kein Problem ist 😉

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